Die Heilkraft

„Der Engel“ Manfred Dangl, Bildhauer© www.steinmetz-dangl.deDie heilende Kraft des Singens ist wissenschaftlich anerkannt. Wichtige Aspekte sind die soziale Verbundenheit, Lebensfreude und Glücksgefühle. Auch erinnert uns das Singen an ganz natürliche, einfache und urtümliche Vorgänge die wir als Kind intuitiv leben, sie dennoch im Laufe des Lebens verschließen.

Da die Stimmorgane Teil unseres Körpers sind, verändert sich unsere Stimme laufend auch auf Grund von Tagesform, Gesundheit, Gefühlszustand und wachsendem Alter. Es wurde mittlerweile in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen, dass sich während des Singens unser Hormonspiegel zu unseren Gunsten verändert¹.

Beim Singen verspüren wir eine ruhige Verbundenheit mit unserem körperlichen, emotionalen und seelischen Vorgängen. Das geschieht, weil sich durch Musik und Gesang das emotionale, für das Gefühl zuständige Gehirn mit dem kognitiven Gehirn wieder vernetzt. So kann Stress, aber auch traumatische Erlebnisse durch unsere Stimme abgebaut werden. Gesundes Singen beruht sich unter anderem auf dem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung, einem gesunden Mass an Ausschalten des Kopfes und auf dem Loslassen der eigenen Erwartungen und Vorstellungen.

The „Unlocking of the Voice“ oder „Die eigene Stimme erschliessen“ ist für jeden Menschen möglich, indem er mit unserer Hilfe seinen eigenen Weg findet, seine Stimme ohne Druck und reich an Resonanzen und Farben zu erleben, seine Gefühle durch sie auszudrücken und vorallem viel Freude beim Singen empfinden kann.
Der Weg dorthin ist ein faszinierender Erkundungsgang in die Gesangs- und Atemtechnik, sowie unser Körper- und Seelenbewusstsein. Singen stärkt das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein. Unsere Stimme ist wie ein Fingerabdruck: einzigartig, persönlich, ausdrucksstark, emotional und eines unserer stärksten Werkzeuge zur Kommunikation.

¹ z.B.: C. Grape and team: Does singing promote well-being? – An empirical study of professional and amateur singers during a singing lesson. National Institute for Psychosocial Factors and Health, Stockholm, Sweden.

Elisabeth Binder, Gymnastiklehrerin und Singleiterin schreibt: „Es wurde in den letzten Jahren auch entdeckt, dass der Mensch ein musikalisches Herz hat. Es reagiert auf Schwingungen und Rhythmen und auf Atemwellen. Mit Singen und damit der vertieften Ausatmung unsere Gefühle, Emotionen und der Worte wird damit eine Vernetzung mit dem Nervensystem herstellt. Das Herz produziert dabei ein eigenes Hormon (ANF), es reguliert Zentren im Gehirn, wirkt sich günstig auf Nieren und Nebennieren und auch auf das Blutgefäss-System aus.

Darüber wirkt sich Singen auch auf weitere Hormone aus. Etwa auf das Noradrenalin, das den Blutdruck und das Liebeshormon Oxytocin reguliert. Diese Wirkstoffe werden beim Singen und Bewegen verstärkt ausgeschüttet. Dies macht verständlich, warum wir die Liebe mit dem Herzen in Verbindung bringen. Es ist nachvollziehbar, dass Rhythmus stampfen, klatschen und singen das Herz-Kreislaufsystem über den Sing-Atemrhythmus aktivieren und diese Hormone auch den übrigen Hormonfluss anregen. Diese Hormone wirken nicht nur auf den Körper sondern unmittelbar auf unser Gehirn und steuern den emotionalen und kognitiven Prozess.“